800 Millionen Influencer – bringt die gute alte Werbung zurück!

Instagram hat 800 Millionen monatliche Nutzer weltweit, 15 Millionen davon in Deutschland. Die unter 25-Jährigen nutzen Instagram im Schnitt 32 Minuten pro Tag. Das sind über 8 Tage im Jahr. Es werden Likes spendiert, Freunde gestalked und Trash-Videos geschaut. Und es wird Werbung konsumiert.

Instagram soll im Jahr 2017 Prognosen zufolge 2,8 Mrd. Dollar mit mobiler Werbung umsetzen. Wer regelmäßig Instagram nutzt, hält das für eine konservative Schätzung. Dem Gefühl nach handelt es sich bei jedem dritten Post um gesponsorte Inhalte, Produktplatzierungen oder Brand-Storytelling von Unternehmensaccounts. Natürlich nutzen Marken die effektiven Werbeformate und die tiefgreifenden Targeting-Möglichkeiten um Zielgruppen effektiv anzusprechen. Im Digital-Marketing-Set sind Instagram & Facebook unersetzbar.

Das eigentliche Phänomen für die Werbeindustrie ist aber das Influencertum. Die Idee klingt für User verlockend: Profil-Settings auf öffentlich stellen, täglich ein Foto mit nachdenklicher/persönlicher Botschaft posten und Likes einsammeln. Die Followerzahl steigt automatisch und mit der Zeit schicken die ersten Marken Produktproben und Einladungen zu exklusiven Events. Wer es geschickt anstellt, kann sich die Posts mit werblichen Inhalten sogar bezahlen lassen.

Nicht jeder Versuch Likes zu ernten, bedeutet, dass im Verfasser der Karrierewunsch “Influencer” schlummert. Allerdings würden sich wohl die wenigsten User dagegen wehren, kostenlose Produkte zugesendet zubekommen. Der Zugang zu exklusiven Sneakern & exquisiten Accessoires ist erstrebenswert, denn er bedeutet Aufmerksamkeit, die wiederum zu hohen Followerzahlen führt. Auf Instagram ist es völlig normal, dass User Marken in Szene setzen.

Verkommt Instagram zur Konsumschleuder?

Für die Werbeindustrie ist das ein für utopisch gehaltener Zustand: User konsumieren Ads/Produktplatzierungen, interagieren mit Marken, kaufen Produkte & integrieren diese wiederum in neue Posts, welche den Marken zu neuer Aufmerksamkeit verhelfen.

Natürlich findet hier eine vielschichtige Entwicklung statt: Content & Influencer Marketing, Native Advertising, die Existenz von Plattformen wie Instagram & die Verquickung von Popkultur & Unternehmen. Und natürlich steckt viel Arbeit in einer erfolgreichen Markenstrategie. Fakt ist aber: Auf Instagram sind Marken omnipräsent, denn die Darstellungsmöglichkeiten sind perfekt.

Wenn man die gesponsorten Posts, die “Bezahlte Partnerschaft”-Posts, Influencer Posts und die “Ich-habe-neue-Sneaker-Posts” von Freunden in einen Topf wirft, erhält man einen dickflüssigen Werbungseintopf. Wäre es daher ein tollkühner Wunsch, dass Instagram dieses “Problem” freiwillig löst?

Um einen Ad-Overkill zu verhindern, könnten hervorgehobene Formate geschaffen werden, die Marken helfen, besser wahrgenommen zu werden und sich vom typischen Brand-Post abzuheben. Das klingt nach einer steilen These: In Zeiten in denen Werbung “native” sein muss, sollen Werbeformate weniger native sein um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten? Posts sollen deutlicher als Werbung erkennbar sein? Ist es wirklich soweit, dass man sich vor lauter werblicher Inhalte, die gute alte Werbung zurückwünscht?

 

 

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