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Wir haben den Dan Bilzerian, den wir verdienen!

Die Nachricht der Woche: Instagram überholt Twitter und hat vier Jahre nach der Gründung 300 Millionen Nutzer. Einer der das Foto-Netzwerk ganz gut zu nutzen weiß, ist Dan Bilzerian. Ein Herr mit Bart, Bauchmuskeln und 5,7 Millionen Instagram-Followern. Das Social Media Phänomen des Jahres 2014.

In an attempt to appear more sophisticated, I rented this suit for the day

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6,7 Millionen Fans auf Facebook und 1 Million Follower auf Twitter

Dan Bilzerian hat viel Geld und schätzt die Gesellschaft schöner Frauen. Zumindest sind das die Fixpunkte seiner Posts. Er teilt Fotos von Waffen, Autos und halbnackten Frauen und bedient damit offensichtlich Sehnsüchte einer ganzen Fanbase. Im März 2014 wurde er zum interessantesten Mann auf Instagram (Buzzfeed) und im April zum reichen Deppen erklärt (Buzzfeed). Im September erreichte der Hype um den Pokerspieler eine vorläufigen Höhepunkt: Dan Bilzerian wurde öfter gegoogelt als Barack Obama. So fühlt er sich wohl gerade auch.

Face down ass up

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Instagram Posts im Stile Floyd Mayweathers – It’s all about the Benjamins

Dan Bilzerian gewährt Normalsterblichen kleine Einblicke in eine Parallelwelt voller Luxus, Sonnenschein und schöner Menschen. Wofür er steht ist klar, woher er kommt dagegen nicht so sehr. Bekannt ist, dass er eine Ausbildung zum Navy Seal begonnen hat, aber kurz vor Ende unehrenhaft entlassen wurde, weil er einen Vorgesetzten schwer beleidigt haben soll (ein Rebell!). Danach begann er mit Poker (ein Spieler!) und feierte Partys bis zum Herzinfarkt (ein RocknRoller!). Er behauptet innerhalb von 12 Monaten 50 Millionen Dollar beim Pokern gewonnen zu haben. Offensichtlich hat er aber einen Großteil seines Vermögens von seinem Vater, einem ehemaligen Finanzinvestor/Corporate Raider. Ob vom Vater oder vom Vater und Pokern ist egal – Dan Bilzerian hat Geld und zeigt das. Und das ist es, was wir wollen.

Instagram – a place to show off

Wie könnte man seinen Reichtum und Lebensstil besser inszenieren als mit Fotos? Instagram ist die Möglichkeit zu zeigen was man hat und auf was man steht. Hier kann man endlich einem anonymen Publikum beweisen, dass man Geschmack hat und ein interessantes Leben lebt. Natürlich sind nicht alle 300 Millionen Instagram-Nutzer Poser. Aber Extreme wie Bilzerian oder die Rich Kids of Instagram beweisen: Instagram ist das perfekte Mittel zur Selbstinszenierung.

Gebt uns Likes für Selfies! Gebt uns Likes für Outfits, gebt uns Likes für interessante Plätze, gebt uns Likes für neue Perspektiven! Instagram ist der vorläufige Höhepunkt der digitalen Selbstbeweihräucherung. Und Dan Bilzerian ist Instagrams erster Hohepriester.

5,7 Millionen Follower. Vor meinem nächsten Selfie werde ich kurz demütig innehalten. Versprochen.

Wissenschaftliche Quellen zu Location-based Services (Teil I)

Der Gedanke, dass Location-based Services die Online- und Offline-Welt miteinander verbinden können, ist faszinierend. Folglich steigt die Anzahl an Blogs und Newsseiten, die sich mit dem Thema befassen.

So erfreulich die wachsende Berichterstattung zum Thema LBS ist, so ernüchternd ist der wissenschaftliche Forschungsstand dazu. Wer eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema location-based Services schreiben will, blickt erst einmal auf ein Literatur-Ödland. Allerdings gibt es Forscher, die sich seit geraumer Zeit mit dem Thema befassen. Die Ergebnisse der Studien sind nicht nur für wissenschaftliche Arbeiten relevant.

In diesem Artikel werden grundlegende kommunikationswissenschaftliche Quellen zu Location-based Services vorgestellt.

Wissenschaftliche Artikel vs. frei zugängliche Quellen

Viele wissenschaftliche Texte sind nur mit einer Mitgliedschaft zugänglich und bspw. im Netz einer Universitätsbibliothek abrufbar. Die folgenden Quellen können entweder mit einem entsprechenden Zugang abgerufen oder erworben werden. Alternative frei zugängliche Quellen und Statistiken zu location-based Services werden in einem kommenden Blogpost vorgestellt.

Die wissenschaftliche Fachzeitschrift „Mobile Media & Communication“

Die im Jahr 2013 gegründete englischsprachige Fachzeitschrift erscheint im amerikanischen Sage Verlag und ist hier online abrufbar: http://www.sagepub.com/journals/Journal202140. Nach eigener Aussage untersucht MM&C

„the phenomenon of mobility in communication – that is, what is understood as mobile media and communication, but also emerging phenomena such as mobile and ubiquitous computing.“

Renommierte Wissenschaftler veröffentlichen in Mobile Media & Communication sowohl qualitative als auch quantitative Studien und Artikel zu verschiedensten Facetten der mobilen Kommunikation.

Grundlegende Texte zu Location-based Services

Adriana de Souza e Silva stellt in der ersten Ausgabe im Januar 2013 die aus ihrer Sicht relevanten Forschungsstränge zu standortbezogenen mobilen Technologien vor. Die Forschung zu location-based Services behandelt ihr zufolge vor allem die Auswirkungen auf räumliche und soziale Gesichtspunkte und liefert Arbeiten in historischer Perspektive. der

Die Zeitschrift Mobile Media & Communication bietet vielseitige wissenschaftliche Einstiegsmöglichkeiten ins Thema der location-based Services. Ein Blick in das (bisher überschaubare) Archiv und speziell in die erste Ausgabe (mit diversen Einführungstexten) dürfte sich lohnen.

iconmonstr-light-bulb-17-icon-256Einstieg: Erste Ausgabe der Mobile Media & Communication

Ein Konzept zur Verbindung von digitalen Informationen und physischen Positionen über location-based Services

Neben verschiedenen Studien zu Auswirkungen von location-based Services (ihre bisherigen Publikationen) hat de Souza e Silva schon im Jahr 2006 ein Konzept veröffentlicht, mit dem sich die zunehmende Verbindung von virtuellen Informationen und physischen Positionen der Nutzer über Smartphones (von ihr damals als „Microcomputers“ bezeichnet) über location-based Services beschreiben lässt. Sie nennt dieses Konzept „hybrid spaces“. Hier gibt es den Artikel, der die zunehmende Verbindung von digitalen Informationen und physischen Positionen über LBS beschreibt:

Adriana de Souza e Silva (2006): From Cyber to Hybrid. Mobile Technologies as Interfaces of Hybrid Spaces. http://sac.sagepub.com/content/9/3/261.abstract

Die genannten Quellen bieten einen guten Einstieg in das Thema location-based Services bzw. locative Media aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive. Neben diesen Grundlagen stelle ich in diesem Beitrag noch einige Studien vor, die die sozialen Auswirkungen der Nutzung von LBS untersuchen und meiner Meinung nach interessante Erkenntnisse liefern.