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Es gibt Profisportler auf Twitter. Und es gibt Andrea Petković

Fußballerzitate. Twitter sollte eigentlich davon überquellen. Die meisten Twitter-Accounts von Profisportlern werden aber scheinbar von übervorsichtigen Social Media Managern gepflegt. Oder zumindest wurden die Sportler von umsichtigen Social Media Profis gebrieft. Kein Wunder, denn Sportfunktionäre wie der Sprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes warnen:

«Wenn man eine breite Straße zu den Fans baut, baut man eine Autobahn zurück. Da kann Druck entstehen.“

Zugegeben, Feedback aus sozialen Netzwerken geht oftmals eher in die Richtung derber Kritik. Natürlich versteht man da die Zurückhaltung der Sportler auf Twitter. Es gibt aber auch erfrischende Ausnahmen.

Robert Huth ist eine solche Ausnahme. „Huuuth“ schallte es durch die Stadien als Robert Huth noch in der Nationalelf auflief. Ein markanter Ruf für einen kantigen Abwehrspieler, der auch auf Twitter gerne mal die Grätsche auspackt.

Natürlich ist Mario Balotelli auch auf Twitter immer für eine Überraschung gut. Neben News seines Sponsors Puma bietet der Account auch einen Zugang zu ganz persönlichen Details:

Bei einem Großteil der Tweets von Profisportlern pendelt der Informationsgehalt leider zwischen 0 und -1. Tweets wie „Bereit für das heutige Spiel“ oder „Es war ein guter Tag heute, 3 wichtige Punkte“ reihen sich in den Timelines der Sportler aneinander. Auch dieses Phänomen kann man mit einem Zitat des Sprechers des Deutschen Olympischen Sportbundes erklären:

„Deshalb empfehlen wir, zwei Tage vor dem Wettkampf nicht mehr im sozialen Netzwerk aktiv zu sein, sondern sich zu konzentrieren.»

Twitter lenkt also nicht nur normalsterbliche Büroangestellte von der Arbeit ab. Dieses Argument ist ziemlich glaubhaft und erklärt die Vielzahl der gehaltlosen Tweets der Sportler. Und es erklärt auch, warum viele Sportler erst nach Ihrer Karriere auf Twitter aufblühen.

Mario Basler war schon während seiner aktiven Zeit kein Kind von Traurigkeit. Nicht auszumalen mit welchen Späßchen er die Fußballwelt beglückt hätte, wenn es Twitter und Co. schon 96/97 gegeben hätte. Jetzt hat der TV-Experte seine Metamorphose zum Social Media Profi abgeschlossen. Was soll man sagen? „Es war nur noch Wahnsinn, es war nur noch Feiern“

Auch Boris Becker ist auf Twitter, but I wonder what he is thinking.

Ebenfalls von seiner nachdenklichen Seite zeigt sich Jermaine Jones. Der in Frankfurt geborene Amerikaner lässt seine Karriere gerade in den USA ausklingen. Auf Twitter bleibt er aber weiterhin ziemlich aktiv. Er lässt seine Follower sogar an der strategischen Karriereplanung teilhaben:

Ab und zu wird man eben von der Erkenntnis getroffen, dass Profisportler auch nur Menschen sind.

«Ich habe gerade keine kreative Phase und will nicht immer dasselbe schreiben.»

Aussagen wie diese (von Tennis-Star Julia Görges) sind ehrlich, aber dem Markenwert wohl nicht gerade zuträglich. Sind die Twitter-Accounts der Superstars wirklich nur Teil der Markenstrategie des Managements? Nicht immer. Zumindest beweist Andrea Petković, dass man auch als Profisportler einen erfrischenden Twitter-Account haben kann. Die äußerst erfolgreiche deutsche Tennisspielerin zeigt sich auf Twitter von ihrer besten Seite:

Ziemlich cool, was sie auf Twitter zum Besten gibt. Eigentlich ist dieser Post nur eine verkappte Hommage an Andrea Petković. Und wie könnte man diese abschließen? Vielleicht so: