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Konformitätserklärung! Foursquare drängt in den Mainstream der Nutzer

Bei Foursquare stehen weitreichende Änderungen an. Die Foursquare-App soll zu einer Art individuellem Umgebungsratgeber werden, der im Vergleich zu anderen lokalen Suchen persönlich angepasste Ergebnisse liefern soll. Wer Foursquare sagt was er mag, soll in Zukunft Vorschläge aus der Umgebung erhalten, die perfekt zu seinem Geschmack passen. Damit wird Foursquare zur standortbezogenen Bewertungsplattform und tritt in direkte Konkurrenz zu Yelp. Foursquare kündigt nichts weniger als die Zukunft der personalisierten lokalen Suche an, die schon immer das Ziel des Unternehmens gewesen sein soll.

Abgecheckt wird auf Foursquare, eingecheckt über Swarm

Eingecheckt wird zukünftig ausschließlich mit der Swarm-App. Wie Forursquare mitteilt, werden alle bisherigen Check-ins in die Swarm-App mitgenommen. Wer zukünftig beide Apps nutzt, soll in der Foursquare-App einen Check-in-Button haben, mit welchem er (wenn er möchte) einchecken kann. Check-ins zählen also bald nicht mehr zur Kernfunktion von Foursquare. Das erregt die Gemüter der Foursquare-Nutzer auf twitter:

 

Im Vergleich dazu hat das Redesign des Foursquare-Logos (eine Mischung aus Superhelden-Symbol und Positionsnadel) für relativ wenig Wirbel gesorgt. Obwohl Redesigns derzeit dank Airbnb durchaus Diskussionsstoff enthalten. Allerdings handelt es sich bereits um die zweite Empörungswelle Richtung Foursquare in der letzten Zeit. Schon bei der Einführung von Swarm zogen nicht gerade Begeisterungsstürme auf:

 

Musste sich Foursquare verändern?

Foursquare wird ohne die Check-in-Funktion auch für Menschen interessant, die ihren eigenen Standort nicht in einem Social Network teilen wollen, aber wohl an lokalen Informationen interessiert sind. Wie der Goldmedia-Monitor 2014 zeigt, sind das nicht wenige: So haben 87% der Befragten bereits unterwegs nach lokalen Informationen gesucht, aber kontextintensive Dienste wurden wenig akzeptiert, LBS-Spiele sogar abgelehnt. Foursquare (als kontextintensives location-based mobile Social Network und als Hauptvertreter der Gamification) sah sich womöglich gezwungen zu handeln.

Grundsätzlich darf man auf die neue Foursquare-App gespannt sein. Foursquare hat in den 5 Jahren seit seiner Gründung viel über beliebte Orte und das mobile Nutzerverhalten gelernt und besitzt mit Sicherheit Expertise als lokaler Ratgeber. Die personalisierbaren Empfehlungen können zudem einen Mehrwert im Vergleich mit anderen lokalen Empfehlungsdiensten darstellen.

Mit der jetzt angekündigten Neuaufstellung klingt die Auslagerung der Check-in-Funktion und die Zweiteilung der App zumindest aus Unternehmnesperspektive nachvollziehbar. Man fragt sich allerdings, ob es nicht sensitivere Strategien gegeben hätte, die immerhin 50 Millionen Nutzer an eine komplette Neuausrichtung zu gewöhnen. Spontan kommt einem da bspw. die Einführung einer separaten Foursquare-Empfehlungs-App in den Sinn.

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